Wie lassen sich Telefonate und Videocalls im Großraumbüro besser abschirmen?

Lynn Dahmen ·
Frau telefoniert in einer freistehenden Schallschutzbox im Großraumbüro mit Milchglaspaneelen und skandinavischen Möbeln.

Telefonate und Videocalls im Großraumbüro lassen sich am wirksamsten durch eine Kombination aus baulichen Maßnahmen, akustischen Möbelelementen und räumlichen Zonenkonzepten abschirmen. Der Schlüssel liegt darin, Schall dort zu dämpfen, wo er entsteht, und gleichzeitig Rückzugsmöglichkeiten für konzentrierte Gespräche zu schaffen. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Büroakustik und praktischen Schallschutz im offenen Büro.

Welche Lärmquellen im Großraumbüro stören Telefonate am meisten?

Die größten akustischen Störquellen im Großraumbüro sind Sprachgeräusche von Kollegen, Hintergrundgespräche aus anderen Telefonaten, Tastaturgeräusche, Drucker und Klimaanlagen sowie Lärm aus angrenzenden Bereichen. Besonders Sprache stört konzentrierte Gespräche, weil das Gehirn Sprache automatisch verarbeitet und so die eigene Kommunikation unterbricht.

Telefonate und Videocalls sind im offenen Büro deshalb so problematisch, weil zwei Lärmprobleme gleichzeitig auftreten: Sie selbst werden durch Umgebungsgeräusche abgelenkt, und Ihre Kollegen werden durch Ihr Gespräch gestört. Dieser Kreislauf verstärkt sich, weil Menschen in lauter Umgebung unbewusst lauter sprechen.

Besonders kritisch sind folgende Situationen:

  • Mehrere parallele Telefonate im selben Raumbereich
  • Videocalls ohne Kopfhörer, bei denen der Gesprächspartner über Lautsprecher zu hören ist
  • Empfangsbereiche in der Nähe von Arbeitsplätzen
  • Flure oder Küchen, die direkt an Arbeitsbereiche grenzen

Wer diese Quellen kennt, kann gezielt gegensteuern, statt das gesamte Büro umzugestalten.

Wie funktionieren akustische Raumteiler und Trennwände im Büro?

Akustische Raumteiler und Trennwände reduzieren Lärm im Büro, indem sie Schallwellen absorbieren oder ablenken. Sie bestehen meist aus schallabsorbierenden Materialien wie Schaumstoff, Mineralwolle oder Filz, die in Stoff oder andere Oberflächen eingebettet sind. Je nach Aufbau und Höhe senken sie den wahrgenommenen Lärmpegel spürbar.

Dabei wirken Raumteiler auf zwei Arten: Absorption bedeutet, dass das Material Schallenergie aufnimmt und in Wärme umwandelt, anstatt sie zu reflektieren. Dämmung hingegen verhindert, dass Schall von einer Zone in die andere gelangt. Gute Büroakustik-Trennwände verbinden beide Effekte.

Für den praktischen Einsatz im Großraumbüro gilt:

  • Trennwände mit einer Höhe von mindestens 1,60 Metern schirmen Sprachschall deutlich besser ab als niedrige Sichtschutzpaneele
  • Mobile Raumteiler lassen sich flexibel positionieren und bei Bedarf umstellen
  • Schreibtischaufsätze mit akustisch wirksamen Materialien schützen direkt am Arbeitsplatz
  • Kombinationen aus Raumteilern und Deckensegeln verbessern die Raumakustik im Büro deutlich stärker als einzelne Maßnahmen

Wichtig ist, dass Raumteiler allein keinen vollständigen Schallschutz bieten. Sie sind ein wirksamer Baustein, aber kein Ersatz für eine durchdachte Raumplanung.

Was ist eine Phone Box und wann lohnt sie sich im Büro?

Eine Phone Box ist eine kompakte, schallisolierte Kabine, die für einzelne Telefonate oder kurze Videocalls im Büro genutzt wird. Sie ist akustisch von der Umgebung abgetrennt, sodass weder störende Geräusche von außen hineindringen noch das Gespräch nach außen dringt. Phone Boxes sind besonders nützlich in Großraumbüros mit hohem Kommunikationsaufkommen.

Der Einsatz lohnt sich, wenn Mitarbeiter regelmäßig vertrauliche Gespräche führen, Kundenkontakt telefonisch abwickeln oder Videocalls professionell und ohne Ablenkung durchführen müssen. Gerade in Unternehmen, die auf Desksharing setzen und keine festen Einzelbüros haben, füllen Phone Boxes eine wichtige Lücke.

Moderne Phone Boxes bieten oft:

  • Integrierte Belüftung für angenehmes Raumklima auch bei längerer Nutzung
  • Steckdosen und USB-Anschlüsse für Laptop und Headset
  • Glaswände oder Sichtfenster, die trotz Abschirmung ein offenes Raumgefühl erhalten
  • Schallabsorbierende Innenverkleidung für gute Sprachverständlichkeit

Für Büros mit gelegentlichem Bedarf genügt eine einzelne Kabine. Bei Teams mit intensivem Telefonaufkommen empfiehlt sich eine Planung mit mehreren Einheiten oder ergänzenden Besprechungsnischen.

Welche baulichen Maßnahmen verbessern die Akustik dauerhaft?

Dauerhafte Verbesserungen der Raumakustik im Büro erzielen Sie durch schallabsorbierende Deckenelemente, Akustikpaneele an Wänden, weiche Bodenbeläge und schallschluckende Einbauten. Diese Maßnahmen reduzieren die Nachhallzeit im Raum, was die Sprachverständlichkeit verbessert und den allgemeinen Lärmpegel senkt.

Besonders wirksam sind Maßnahmen an der Decke, weil Schall sich hauptsächlich nach oben ausbreitet und von harten Deckenflächen reflektiert wird. Akustikdecken oder abgehängte Deckensegel aus schallabsorbierendem Material unterbrechen diesen Reflexionsweg direkt.

Wände und Böden als Akustikflächen nutzen

Wände bieten viel Fläche für akustisch wirksame Gestaltung. Akustikpaneele, Filzbilder oder schallabsorbierende Wandverkleidungen sehen gut aus und erfüllen gleichzeitig eine Funktion. Teppiche und textile Bodenbeläge absorbieren Schall, der vom Boden reflektiert wird, und reduzieren zudem Trittgeräusche.

Möbel und Einrichtung als Schallschutz einsetzen

Auch Möbel tragen zur Büroakustik bei. Regale mit Büchern oder Ordnern, Sofas mit dicken Polstern und textile Vorhänge schlucken Schall. Schallschluckende Bilder, wie sie zum Beispiel im Rahmen einer ganzheitlichen Einrichtungsplanung eingesetzt werden, verbinden ästhetischen Anspruch mit akustischer Wirkung.

Wie helfen Zonenkonzepte dabei, Gesprächslärm zu reduzieren?

Zonenkonzepte reduzieren Gesprächslärm, indem sie das Büro in Bereiche mit unterschiedlichen Lärmpegeln und Nutzungsarten unterteilen. Ruhezonen für konzentriertes Arbeiten, Kommunikationszonen für Abstimmungen und Rückzugsbereiche für Telefonate werden räumlich voneinander getrennt, sodass Lärm dort entsteht, wo er toleriert wird.

Das Grundprinzip ist einfach: Nicht jede Tätigkeit muss am gleichen Ort stattfinden. Wer Telefonate in einer dafür vorgesehenen Zone führt, entlastet automatisch die Arbeitsbereiche der Kollegen.

Typische Zonen in einem modernen Bürokonzept sind:

  • Fokuszone: Ruhige Bereiche für konzentriertes Einzelarbeiten, in denen Telefonate nicht geführt werden
  • Kommunikationszone: Offene Bereiche für kurze Abstimmungen und informelle Gespräche
  • Kollaborationszone: Besprechungsbereiche und Meetingpoints für Teamarbeit
  • Rückzugszone: Phone Boxes, Nischen oder kleine Kabinen für Telefonate und Videocalls

Damit Zonenkonzepte funktionieren, brauchen sie klare Regeln und eine bauliche Unterstützung. Sichtschutz, Akustikelemente und eine durchdachte Möblierung helfen dabei, die Grenzen zwischen den Zonen spürbar zu machen.

Welche technischen Hilfsmittel ergänzen den baulichen Schallschutz?

Technische Hilfsmittel wie Noise-Cancelling-Headsets, Richtmikrofone und Sound-Masking-Systeme ergänzen bauliche Maßnahmen zur Büroakustik sinnvoll. Sie wirken direkt am Arbeitsplatz und können kurzfristig eingesetzt werden, während bauliche Maßnahmen Zeit und Planung erfordern.

Folgende Technologien sind im Büroalltag besonders relevant:

  • Noise-Cancelling-Headsets: Reduzieren Umgebungsgeräusche für den Nutzer und übertragen die eigene Stimme klarer an den Gesprächspartner
  • Richtmikrofone: Nehmen Sprache gezielt aus einer Richtung auf und blenden Hintergrundgeräusche aus
  • Sound Masking: Systeme, die ein gleichmäßiges Hintergrundrauschen erzeugen, das einzelne Gespräche akustisch überlagert und damit unverständlich macht, ohne den Raum lauter zu machen
  • Raumakustik-Apps und Konferenzlösungen: Moderne Videokonferenz-Software bietet Hintergrundunterdrückung und Sprachfilterung, die Nebengeräusche automatisch herausrechnet

Technische Lösungen ersetzen keine gute Raumakustik, aber sie sind ein nützliches Werkzeug, um kurzfristig zu handeln oder bestehende Maßnahmen zu ergänzen. Besonders Sound-Masking-Systeme werden in Großraumbüros häufig unterschätzt, obwohl sie die wahrgenommene Lärmbelastung spürbar senken können.

Wie hds Büro Sie bei der Akustikplanung im Großraumbüro unterstützt

Wir wissen, dass dauerhafter Lärm im Büro die Leistungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter mindert und langfristig gesundheitliche Folgen haben kann. Deshalb integrieren wir Akustiklösungen für das Büro von Anfang an in unsere Raumplanung, statt sie nachträglich hinzuzufügen.

Was wir dabei konkret für Sie leisten:

  • Analyse der akustischen Situation in Ihren bestehenden Büroflächen
  • Planung von Zonenkonzepten, die Ruhe- und Kommunikationsbereiche sinnvoll trennen
  • Integration schallabsorbierender Elemente in Möbel, Bodenbeläge und Wandgestaltungen
  • Auswahl und Platzierung von Akustikpaneelen, Deckensegeln und schallschluckenden Bildern
  • Ganzheitliche Beratung, die Akustik, Beleuchtung, Ergonomie und Farbgestaltung verbindet
  • Umsetzung termingerecht und im vereinbarten Budget, von der ersten Idee bis zur schlüsselfertigen Einrichtung

Wenn Sie wissen möchten, wie sich die Raumakustik in Ihrem Büro konkret verbessern lässt, freuen wir uns auf ein Beratungsgespräch mit Ihnen.

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